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Eine Frage der Qualität: Honig ist nicht gleich Honig

10. Oktober 2019Michelle Klein

Hallöchen ihr Lieben, etwa zwei Monate nach meiner Honigernte möchte ich euch ein paar Dinge über Honig erzählen. Denn Honig ist nicht gleich Honig – es gibt natürlich unterschiedliche Sorten, aber auch erhebliche Qualitätsunterschiede. Das erklärt auch, warum ihr manchen Honig bei Aldi aus der Tube für vielleicht 4€ bekommt, während ihr für Imkerhonig schon mal 8-9€ hinlegen müsst. Warum es sich trotzdem lohnt, dieses Geld zu investieren, möchte ich euch hier erklären.

Ich bin jetzt seit knapp 1 ½ Wochen aus dem Urlaub zurück und habe sozusagen den Übergang zwischen Sommer und Herbst ein bisschen nach hinten verschoben. Dementsprechend härter war der „Schock“, von 25-30 Grad in Südfrankreich und Nordspanien nach 14°C in Deutschland zu kommen. Brr. Ich mag ja den goldenen Herbst mit der tiefstehenden Sonne, aber den regnerischen kann ich nicht ab. Außerdem mögen meine Bienen das Wetter natürlich auch nicht, aber ansonsten scheint es ihnen gut zu gehen. Ich mache die Beuten jetzt nicht mehr auf, damit sie nicht so viel Wärme verlieren, im Stock sind es ja immer so um die 35°C. Tatsächlich wiege ich sie nur noch, um zu sehen, ob sie genug Futter haben. Scheint aber alles gut zu sein.

Was den Honig angeht: Den habe ich nun vollständig verkauft und verschenkt, das ging bei 62 Gläsern ziemlich schnell. Und so blöd wie ich bin, habe ich natürlich kaum etwas für mich selbst aufbewahrt…Für nächstes Jahr gibt es also schon eine kleine Warteliste, und dann ernte ich auch hoffentlich ein bisschen mehr. Doch jetzt heißt es: Füße hochlegen. Oder eher, Imker-Equipment sauber machen und sich auf Weihnachten freuen 😀

Was ist Honig überhaupt?

Ich habe ja schon in meinem Post über die Honigernte darüber berichtet, wie Honig von den Bienen eigentlich hergestellt wird. Trotzdem hier nochmal ein kurzer Abriss: Honig ist ein von Honigbienen erzeugtes Nahrungsmittel aus Blütennektar oder Honigtau, dem zuckerhaltigen Ausscheidungsprodukt von gewissen Insekten. Ich weiß, ekliger Gedanke. Ich mag Waldhonig auch nicht so gerne. Der Nektar der Blüten wird von den Arbeiterinnen gesammelt, dann durch bestimmte Enzyme aufgespalten und später durch weitere Enzyme, Säuren und Eiweiße invertiert und eingedickt. Wenn der er fertig ist, lagern die Bienen ihn in den Zellen der Waben ein und versiegeln ihn mit einem Wachsdeckel.

Und dann kommt der böse Imker und nimmt den Bienen das Futter weg. Aber die Story hab ich ja schon erzählt. Kommen wir nun zur Frage, woran ihr eigentlich guten Honig erkennen könnt.

Ein Glas Honig

Woran erkenne ich Qualitätsunterschiede beim Honig?

Okay, ihr steht also jetzt im Supermarkt in der Marmeladen/Ahornsirup/Agavendicksaft/Honig-Abteilung und fragt euch, welcher es denn jetzt sein soll. Die erste gute Entscheidung: Ihr seid im Supermarkt und nicht im Discounter, denn da findet man selten guten Honig. Aber ich lasse mich da durchaus eines Besseren belehren. Obwohl der Supermarkt nicht perfekt ist – denn der wahre Kenner kauft natürlich direkt beim Imker 😉

So, und ihr seht da jetzt allerhand Gläser und Tuben und seid ein bisschen überfordert, oder? Guckt mal auf folgende Dinge.

Ein Regal mit Honig-Gläsern

Was sagt mir das Etikett?

Das Etikett sagt mir zuallererst etwas über seine Herkunft. Zumindest sollte es das. Honig aus EU-Ländern ist schon mal sehr gut, denn er ist frei von Antibiotika, weil hier die Behandlung von Bienen mit Antibiotika verboten ist. Allerdings ist das in anderen Ländern und den USA nicht der Fall. Auch die weiteren Angaben auf dem Etikett sind natürlich wichtig: Was ist die Herkunftsregion (kann mir Aufschluss geben über das, was da wächst und in meinem Honig ist)? Aus welchen Blüten besteht er? Das ist suuuuper wichtig für den Geschmack. Zum Beispiel ist Kastanienhonig ganz bitter, während welcher aus Kleeblüten nach Karamell schmeckt. Es ist aber tatsächlich in den meisten Fällen eine Mischung. Nur beim Waldhonig, da wisst ihr genau, wo der herkommt…schmeckt mir auch zu bitter, aber ist Geschmackssache.

Eine Hand mit einer Tube Honig
Ein Regal mit Honig-Gläsern
Eine Hand mit einem Glas Honig

Achso, und natürlich der Hersteller sollte draufstehen. Bei Gläsern des Deutschen Imker Bundes (siehe Bild) steht immer der Imker drauf, der den Honig produziert hat. Außerdem unterliegt der Inhalt in solchen Gläsern auch hohen Qualitätsstandards und darf sich „Echter Deutscher Imkerhonig“ nennen. Diesen Gläsern könnt ihr vertrauen!

Wie sieht die Verpackung aus?

Eine Verpackung aus Plastik birgt immer die Gefahr von toxischen Inhaltsstoffen und dementsprechend Gesundheitsrisiken. Hier kann es sein, dass falls der Behälter zu lange in der Sonne steht, Giftstoffe aus der Verpackung in das Lebensmittel übergehen. Das Glas ist also definitiv die bessere Alternative für euch, auch wenn er dadurch natürlich nicht so leicht aufs Brot zu kriegen ist.

Eine Hand mit einer Tube Honig
Ein Regal mit Honig-Tuben

Wie sieht der Honig aus?            

Lasst euch nicht von trübem Honig abschrecken, denn das ist tatsächlich ein gutes Zeichen. Denn Honig ist ein Naturprodukt und kann deshalb Pollen- und Wachsreste enthalten. Dagegen werden bei industriellem Honig verschiedene Honigsorten und Margen verschiedener Imker gemischt. Dabei wird der Honig zur Homogenisierung schonend erwärmt, was ihn klar und transparent macht. Das Problem: Auch stark erwärmter Honig ist klar und transparent, sodass man beides nicht voneinander unterscheiden kann. Bei einer starken Erwärmung wird der Honig durch eine kurze und starke Erwärmung stabilisiert, damit er bis zu 2 Jahre haltbar ist. Allerdings gehen dabei aber alle guten Nährstoffe verloren, sodass hauptsächlich Zucker übrig bleibt. Und dann könnt ihr auch Zuckerrübensirup auf euer Brot schmieren.

Eine Hand mit einem Glas Honig

Je nachdem, welche Blüten die Arbeiterinnen gesammelt haben, sieht der Honig heller oder dunkler aus. Außerdem kann ein und derselbe Honig dunkel und flüssig oder hell und fest sein. Er wurde dann einfach nur gerührt!

Gepanschter Honig

Im Januar diesen Jahres ist ein ziemlich interessanter Artikel über Honig-Qualität erschienen. Viele Honige haben demnach bei Stiftung Warentest mit „mangelhaft“ abgeschnitten, da unter anderem gar nicht das drin war, was auf der Verpackung versprochen wurde. So darf sich ein Wildlütenhonig natürlich nur so nennen, wenn der Nektar von Pflanzen stammt, die in der Wildnis wachsen. Allerdings wurde bei vielen Produkten Honig von einer Pflanzensorte oder gar Zier- und Nutzpflanzen beigemischt. Ich find‘ das ne Unverschämtheit ehrlich gesagt. Und das beste kommt noch: Auch Honig aus China wurde zu selten ausgewiesen. Also, was lernen wir daraus? Am besten beim Imker kaufen.

Worauf sollte ich sonst noch bei Honig achten?

Ein paar wichtige Sachen zur Lagerung, wenn ihr die richtige Sorte gefunden habt:

  • Nicht über 25 Grad und nicht unter 15 Grad lagern, sonst kristallisiert er, also am besten bei Raumtemperatur.
  • Glas immer richtig verschließen, sonst könnte der Honig anfangen zu gären.
  • Nicht im Kühlschrank lagern, sonst kristallisiert er schneller.
  • Immer im Dunkeln lagern, da er durch Sonnenlicht oxidieren kann.
  • Ihr könnt Honig auch einfrieren, dann kristallisiert er nicht.

Habt ihr noch Fragen?

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