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Anleitung: Bienenwachstücher für eine plastikfreie Küche

17. Oktober 2019Michelle Klein

Hallo ihr Lieben, heute möchte ich euch zeigen, wir ihr ganz leicht (und mit ein bisschen Sauerei) Bienenwachstücher selber machen könnt. Warum sich das lohnt, fragt ihr euch bestimmt. Wenn ihr wie ich ein bisschen etwas für die Umwelt tun und Müll einsparen wollt, sind solche Bienenwachstücher genau das richtige für euch. Mit denen könnt ihr nämlich euren Verbrauch von Frischhaltefolie Richtung 0 bewegen. Toll, oder?

Mit Wachstüchern verpackte Lebensmittel

Vor knapp zwei Wochen habe ich euch ja schon ein paar Produkte vorgestellt, mit denen ihr ein bisschen eure Müllproduktion reduzieren könnt. Das einzige, was bei mir noch übriggeblieben ist, sind Frischhaltefolie und Alufolie. Eigentlich möchte ich auch darauf verzichten, obwohl sie wirklich praktisch sind. Aber sie produzieren halt auch viel Müll, da sie nach einmaligem Gebrauch direkt in der Tonne landen. Tatsächlich habe ich kurz überlegt, ob es Sinn macht, Frischhaltefolie zu spülen und danach nochmal zu verwenden. Das war mir dann aber doch zu crazy. Ich bügel ja auch nicht mein Lametta. Okay, ich nehme gar keins 😀

Was sind Bienenwachstücher überhaupt?

Bienenwachstücher oder Wachstücher bestehen aus einem natürlichen Stoff, also zum Beispiel Baumwolle. Dieser Stoff ist beschichtet oder getränkt mit natürlichem Wachs – meistens Bienenwachs, aber manchmal auch Carnaubawachs (mehr zu diesem Wachs hier). Damit die Tücher geschmeidig bleiben, werden sie normalerweise noch mit geruchsneutralem Öl (z.B. Jojobaöl) behandelt. Ihr könnt diese Wachstücher kaufen oder natürlich auch selber machen. Dazu sind wir ja hier. Und weil ich Imkerin bin, nehme ich – na klar – Bienenwachs für meine Tücher.

Mit Wachstüchern verpackte Lebensmittel

Durch die Wärme eurer Hände werden die Tücher geschmeidig und passen sich so beispielsweise der Form einer Schüssel an. Ihr könnt damit also Lebensmittel verpacken, frischhalten, abdecken und sogar einfrieren. Reinigen könnt ihr sie ganz einfach mit kaltem Wasser und Spülmittel.

Warum lohnen sich Bienenwachstücher?

Da gibt es einige gute Gründe, hier mal eine Auswahl:

  • Frischhalte- und Alufolie sind Einwegprodukte, die im Müll landen. Wachstücher können mehrmals verwendet werden.
  • Besonders die Herstellung von Alufolie ist umweltschädlich, da viele Chemikalien zum Einsatz kommen und viel Energie bei der Herstellung verbraucht wird. Tücher mit Bienenwachs sind gut zur Umwelt.
  • Die Kombination aus Bienenwachs und Jojobaöl erzeugt eine leicht antibakterielle Wirkung, wodurch die Lebensmittel länger halten.
  • Der gewebte Baumwollstoff sorgt dafür, dass sich kein Kondenswasser bildet, es kann also kein Schimmel entstehen.

Na, angefixt?

Mit Wachstüchern verpackte Lebensmittel
Stofftücher, Wachs und Speiseöl

So macht ihr eure Wachstücher

Ihr braucht

  • Stoffreste aus Baumwolle 
  • Pflanzenöl (am besten ohne starken Eigengeruch, wie Sonnenblumenöl)
  • Bienenwachs (als Granulat, oder wie ich als geraspelte Reste)
  • 2 Lagen Backpapier
  • Bügeleisen
  1. Zuerst schneidet ihr den Stoff zurecht. Nehmt dazu am besten die Größe von Gefäßen in eurer Küche. Bereitet ein Backblech mit einer Lage Backpapier vor. Dann heizt ihr den Ofen auf 85°C vor. 
  2. Während der Ofen aufheizt, legt ein oder zwei (je nachdem, wie viele passen) Stoffquadrate auf das Backblech und pinselt sie mit Pflanzenöl ein.
  3. Wenn ihr Wachs-Granulat habt, Glückwunsch! Ansonsten müsst ihr jetzt eure Wachreste raspeln. Ist ein kleines bisschen Arbeit, aber lohnt sich. Nun verteilt ihr das Granulat oder die Raspeln gleichmäßig auf dem Stoff.
  4. Als nächstes schiebt ihr das Ganze für 10 Minuten in den Ofen.
  5. Holt nun das Blech mit den Tüchern aus dem Ofen, legt die zweite Lage Backpapier auf die Tücher und bügelt mit dem Bügeleisen gleichmäßig über den Stoff. So verteilt ihr das Wachs gleichmäßig auf den Tüchern.
  6. Jetzt löst ihr das Backpapier vorsichtig und hängt das Wachstuch vorsichtig auf einer Wäscheleine zum Trocknen auf. Wiederholt die Schritte mit dem restlichen Stoff. Fertig!
Bienenwachstücher
Bienenwachstücher

Falls ihr euch wundert: Ich habe braune Punkte auf meinen Wachstüchern, da ich noch Pollenreste in meinen Wachsresten hatte. Wenn ihr allerdings Granulat oder alte Bienenwachskerzen nehmt, habt ihr definitiv ein schöneres Ergebnis. Wobei mich die Punkte nicht sonderlich stören, hauptsächlich sollen die Tücher ja ihren Zweck erfüllen. Und das tun sie! Endlich muss ich meinen Aufschnitt nicht mehr in Frischhaltefolie verpacken oder kann Schüsseln mit den Wachstüchern verschließen. Ist schon eine coole Sache, oder? Außerdem vermeide ich dadurch noch mehr Müll in der Küche. Wie ihr noch mehr Müll im Haushalt vermeiden könnt, erzähle ich euch übrigens hier.

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